INTEGRAL

Integriertes Konzept für mineralische Abfälle und Landmanagement zur nachhaltigen Entwicklung von Stadt-Land-Nutzungsbeziehungen

Teilvorhaben : Materialflüsse "gebaute Umwelt" - Stadt-Land-Verknüpfungen entlang mineralischer Baumaterialien

Hintergrund

Der demografische und Strukturwandel sowie das Migrationsverhalten der Bevölkerung führen zu disparaten Entwicklungen in Stadt und Land. Auf dem Land werden künftig mehr mineralische Abfälle anfallen als dort verwertet werden kann. Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich in der Stadt, wo es großen Bedarf und Einsatzmöglichkeiten an Recyclingmaterialien gibt, aber nicht genügend zur Verfügung steht. Beide Trends müssen beachtet und gekoppelt untersucht werden. Bisher finden mineralische Massenbaustoffe (Sande, Kiese) bei der Analyse von Stadt-Land-Beziehungen wenig Beachtung, obwohl es bei Gesteinskörnungen Knappheiten unterschiedlicher Art gibt.

Ziele

Ziel des Gesamtvorhabens ist die Stärkung der Stadt-Land-Beziehungen durch Entwicklung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft für mineralische Bauabfallfraktionen. Das IÖR bearbeitet das Teilvorhaben „Materialflüsse der gebauten Umwelt“ und quantifiziert diese in Fallbeispielregionen (Stadt Dresden, LK Meißen) mit dem Fokus auf Beton. Potenzielle Kreisläufe im Bauwerksbestand werden qualitativ und quantitativ konkretisiert sowie die Austauschbeziehungen zwischen Stadt und Land analysiert, um nachhaltiges regionales Betonrecycling zu befördern. Folgende Forschungsfragen sollen beantwortet werden:

  • Welche regionalen Austauschbeziehungen von Sekundärmaterialien im Baubereich lassen sich nachzeichnen bzw. sind perspektivisch erstrebenswert?
  • Wie können Materialkataster genutzt werden, entsprechende Flüsse so zu beschreiben, dass sie anschlussfähig sind an Verwertungsprozessketten?
  • Wie lässt sich dies in Ansätze des Landmanagements integrieren (Fokus: innerstädtische Aufbereitungsflächen)?

Arbeitsstand und Ergebnisse

Der Aufbau regionaler Materialkataster für die Stadt Dresden sowie den Landkreis Meißen erfolgt derzeit unter Nutzung den konzeptionellen Arbeiten zu Erstellung regionaler Materialkataster aus dem Vorhaben KartAL IV, erweitert um den Bereich „Straßen“. Damit wird das Kataster alle Elemente der gebauten Umwelt umfassen, die im Wesentlichen den Bestand und die Flüsse mineralischer Baumaterialien bestimmen: Wohngebäude, Nichtwohngebäude und Straßen.
Eingebunden in Analysen von Netzwerken der lokalen Recyclingwirtschaft werden im Rahmen von Interviews Informationen zu Lieferbeziehungen zwischen Akteuren bzw. Standorten der Recyclingwirtschaft, an die eine Analyse zu Transportentfernungen anschließen soll.
Unterschiedliche Produkte von Sekundärrohstoffe erfordern spezifische Aufbereitungstechnologien und entsprechende Flächen, auf denen diese Aufbereitung stattfindet. Hieraus resultieren Flächenbedarfe und potentielle Flächennutzungskonflikte der Bauschuttaufbereitung. Voranalysen hierzu sind abgeschlossen. Dies stellt eine wesentliche Schnittstelle zwischen Materialflussanalysen und Ansätze des Flächenmanagements dar, was im Projekt weiter vertieft werden soll.

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. wird gemeinsam durch Bund und Länder gefördert.

FS Sachsen

Das Institut wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.