GewässerKlima

Entwicklung der ökologischen Beschaffenheit von Oberflächengewässern im Klimawandel

Gewässer und deren Management stehen im Hinblick auf den prognostizierten Klimawandel vor großen Herausforderungen. Intensiver werdender Extremereignisse, wie Hochwasser, Starkregen oder lang anhaltende Trockenphasen mit hohen Temperaturen werden zukünftig verstärkt das sensible ökologische Gleichgewicht der Oberflächengewässer mit deren Flora und Fauna beeinträchtigen. Für eine Aufrechterhaltung der Lebensgrundlage "Wasser" und "biologischen Vielfalt" in Fließgewässern und Seen werden wirksame Anpassungsmaßnahmen zum Niedrigwassermanagement und zur Trinkwasserbereitstellung nötig. Demnach stehen Wissenschaftler, Politiker, Fachbehörden, Planer und zuständige Unterhaltungslastträger vor der Herausforderung, die komplexen Wirkungszusammenhänge der vom Menschen beeinflussten Ökosysteme zu verstehen und gezielt die Anpassungsfähigkeit des Wasserregimes im Rahmen definierter Raumgrenzen zu verbessern. Auf Seiten der Fachinstrumente der Wasserwirtschaft stehen für eine derartige Regulierung Richtlinien, Gesetze, Verordnungen, Pläne und Programme zur Verfügung und stellen im Querbezug zu naturschutzfachlichen Instrumentarien zentrale Handlungsrahmen zur jeweiligen Zielerreichung dar. Auf EU-Ebene ist beispielsweise für die Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (EG-HWRM-RL) und Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) zu hinterfragen, inwieweit sich deren Methoden und Bewertungssysteme sich unter ändernden klimatischen Randbedingungen als effektiv erweisen.

Auf Basis einer umfassenden Literaturrecherche und ergänzenden Experteninterviews erfolgt die Analyse des Wissensstandes und bestehender Wissenslücken. Darauf aufbauend werden prognostizierbare Auswirkungen auf die zukünftige ökologische Beschaffenheit von Oberflächengewässern untersucht. Dabei wird konkret die EG-WRRL als Handlungsinstrument auf ihre künftige Anwendbarkeit überprüft und es werden Vorschläge hinsichtlich einer Anpassung des Methoden-und Bewertungssystems der EG-WRRL abgeleitet. Die so analysierten Wirkungszusammenhänge und Verfahrensschritte werden konzeptionell in eine Modellierungsstruktur übertragen. Wesentliche zu betrachtende Parameter werden dabei für Fließgewässer- und Seen-Modelle sowie für deren Kombination herausgearbeitet und hinsichtlich ihrer Prognostizierbarkeit untersucht. Eine nationale Fallstudie legt zudem Optionen einer regionalen oder Flussgebiets-spezifischen Übertragbarkeit offen. Die Ergebnisse werden mit ausgewählten Expert*innen im Rahmen eines Fachworkshops vorgestellt und diskutiert. Weiterhin erfolgt eine Zuarbeit zur Ermittlung des Indikators "Wasserstress" gemäß der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen für die Bundesrepublik Deutschland. Im Fokus stehen hier die methodischen Ansätze zur Untersuchung des sogenannten "ökologischen Mindestwasserbedarfs" für Deutschland und dessen Trend-bedingte Änderungen durch Entwicklungen des Klima- und Landnutzungswandels. Sämtliche Erkenntnisse fließen in Handlungsempfehlungen ein und werden für Akteure der Forschung, Verwaltungs- und Fachbehörden, sowie der Planungspraxis bereitgestellt. Dabei werden insbesondere Bausteine im Handlungsfeld "Wasserhaushalt, Wasserwirtschaft, Küsten- und Meeresschutz" der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) adressiert.

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. wird gemeinsam durch Bund und Länder gefördert.

FS Sachsen

Das Institut wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.