Gender in der Raumforschung

Interdisziplinäre Konzepte und praktische Ansätze

Geschlechtlichkeit ist ein fundamentaler Bestandteil gesellschaftlicher Strukturen und Veränderungsprozesse. Dennoch wird Gender in der Raum- und Transformationsforschung immer noch oft vernachlässigt und nur selten theoretisch reflektiert. Dabei ist die Berücksichtigung von Geschlechteraspekten zentral für ein tiefgreifendes Verständnis sozial-ökologischer und soziotechnischer Phänomene und bildet eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung nachhaltigkeits- und transformationsbezogener Forschungs-, Politik- und Planungsansätze. Zudem sind sowohl Interdependenzen zwischen Gender und Raum, als auch hinsichtlich anderer sozialer Differenzmerkmale (Intersektionalität) von maßgeblichem Einfluss. 

Ziel des Projektes ist es daher, die Relevanz von Gender für raum- und transformationswissenschaftliche Vorhaben sichtbar zu machen, Wege zu einer geschlechterinformierten Forschung aufzuzeigen und diese auch am Institut dauerhaft zu verankern. Dabei werden zwei Schwerpunkte gesetzt:

Geschlecht als Analysekategorie stärken
In der Auseinandersetzung mit vielfältigen feministischen Theorieansätzen wird ein Verständnis von Gender herausgearbeitet, das seinen performativen, strukturellen und symbolischen Facetten Rechnung trägt. Durch eine vertiefte Analyse ausgewählter wissenschaftlicher Debatten (zu socio-technical transitions und transition management) soll diese konzeptionell-informierte Fassung der Kategorie Geschlecht und ihre analytische Trag- bzw. Reichweite diskutiert und für die interdisziplinäre Raum- und Nachhaltigkeitsforschung besser nutzbar gemacht werden. Die Ergebnisse sollen in einem Review Artikel und einem Buchbeitrag veröffentlicht werden.

Gender Mainstreaming in der Forschung implementieren
Ausgehend vom Konzept des Gender Mainstreamings, das auf die geschlechtsspezifischen Auswirkungen gesellschaftlicher und politischer Vorhaben fokussiert, soll ein innovativer Ansatz zur Entwicklung geschlechtersensibler Forschungsfragen und -projekte im IÖR entworfen werden. Dazu soll ein Überblick über Genderaspekte in den Raumwissenschaften und speziell in den Forschungsthemen und –formaten des IÖR erarbeitet werden.

1. Phase: Definitionsphase - Fachspezifische Adaption und Kommunikation der Begrifflichkeiten im Zusammenhang mit Gender und Gender Mainstreaming
2. Phase: Hauptprojekt - Erarbeitung eines Gender-Impact-Assessment Ansatzes für Forschungsprojekte und –programme sowie von zielgruppenspezifischen Informationsmaterialien zu Genderaspekten in den Forschungsthemen des IÖR, Erarbeitung eines Leitfadens zur geschlechtergerechten Sprache im IÖR.  

 

 

 

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. wird gemeinsam durch Bund und Länder gefördert.

FS Sachsen

Das Institut wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.