ATRAKTIV

Aufbau Transformativer Kapazitäten zur Aktivierung regionaler Innovationssysteme

Aktuelles

Halbzeit im Projekt ATRAKTIV: Teamtreffen verdeutlicht Fortschritte

Ende Mai traf sich das Projektteam erneut für ein zweitägiges Teamtreffen, dieses Mal bei den Kolleg*innen der HU Berlin. Die Gelegenheit wurde genutzt, um vergleichende Diskussionen zu den Fallstudien zu führen. Zudem wurde die Planung der Transferveranstaltungen in den Regionen weiter vorangetrieben.

Ein besonderes Highlight war das Gespräch mit Matthias Middendorf von der Schweinfurt Stiftung, der das Projekt "100 Mitmach-Regionen" vorstellte. Dieses innovative Angebot für verschiedene Akteure zielt darauf ab, regionale Engagement-Netzwerke zu gründen und Menschen zu befähigen, ihre Region mitzugestalten. An dem Projekt haben auch zivilgesellschaftliche Akteure im Saale-Holzland-Kreis teilgenommen, die nun vom ATRAKTIV-Team weiter begleitet werden.

Hervorzuheben ist auch die große Sichtbarkeit des Projektkonsortiums auf internationalen und nationalen Konferenzen. In diesem Jahr präsentieren die Forscher*innen ihre Arbeiten in Florenz (Regional Studies Association), Porto (European Sociological Association) und Berlin (Landscape2024). Auch auf der Degrowth Konferenz in Pontevedra, Spanien, werden sie an Diskussionen zu räumlichen und transformativen Perspektiven auf Wandel und Innovation in Regionen teilnehmen.

Das nächste Treffen findet im November in Leipzig statt. Dort wird der fallübergreifende Vergleich fortgesetzt und Theorie mit Empirie verbunden. Wir sind gespannt auf diese zentralen nächsten Schritte im Forschungsvorhaben.


Projektbeschreibung

Problemstellung

Die Originalität der Forschungsidee im Projekt liegt in der Konzeption eines erweiterten Bezugsrahmens zur Erfassung und Bewertung regionaler Innovationssysteme. Dazu führt das Vorhaben das Konzept der transformativen Innovationssysteme ein, mit dem neue Anforderungen an die Innovationspolitik einhergehen, die im Zuge des Projekts herausgearbeitet werden sollen. Transformativ sind Innovationssysteme aus unserer Sicht dann, wenn Neuerungen die hervorgebracht werden, einen Beitrag zu einer fundamentalen gesellschaftlichen Veränderung in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung leisten können. Hier stützen wir uns insbesondere auf die in der Transitionsforschung entwickelten Modelle zu "transformativen sozialen Innovationen" bzw. allgemein "transformativen Innovationen" sowie dem Konzept der "transformativen Kapazitäten".

Ziele

Das Projekt hat drei Hauptziele. Erstens, möchte sich das Projekt vom tradierten Verständnis von Strukturschwäche und (ökonomischer) Innovationsfähigkeit lösen und einen neuen, breiteren Bezugsrahmen schaffen, der sich auf den missionsorientierten Verständnis der Innovationssysteme orientiert. Zweitens, möchte es anhand von und in Zusammenarbeit mit vier als "strukturschwach"  gekennzeichneten Regionen empirisch prüfen, welche Innovationsmuster und -dynamiken  entsprechend des entwickelten Rahmens in diesen Regionen vorhanden und wie sie zu bewerten/zu messen sind. Drittens, möchte es darauf aufbauend konkrete Governanceansätze, Methoden und Instrumente entwickeln, die Regionen dabei unterstützen, ihre Transformativen Kapazitäten zu erhöhen und regionale nachhaltigkeitsorientierte Innovationssysteme zu aktivieren und zu stärken.

Forschungsfragen

Welche Merkmale unterscheiden transformative von nicht-transformativen Innovationssystemen und wie lässt sich die gesellschaftliche Innovationsfähigkeit zur Gestaltung des transformativen Wandels bestimmen? Wie unterscheiden sich die Merkmale solcher Systeme in "strukturschwachen" Regionen? Welche räumlichen und zeitlichen Innovationsmuster und -dynamiken von transformativen Innovationssystemen lassen sich identifizieren und welche Rolle spielen endogene und kontextuelle Faktoren in den ausgewählten Regionen?

Methodik

Einführung und Entwicklung des Konzepts des transformativen regionalen Innovationssystems. Integration von Ansätzen aus vier Bereichen: Transformationsforschung, Innovationsgeographie, Soziologie und Forschung zu alternativen Engagement- und Unternehmensstrukturen. Anwendung und Test des integrativen Ansatzes auf vier periphere Regionen in Deutschland mit Methoden der Transformationsforschung.

Publikationen

Martens, K., Hanisch, M. and Rogga, S. (2023): Ressourcenbündelung durch Kooperation - der Weg zur nachhaltigen Transformation ländlicher Räume?!, Circular Economy. Kreisläufe schließen. Ressourcenverbrauch reduzieren, ASG (2023/03), pp. 53–57.

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. wird gemeinsam durch Bund und Länder gefördert.

FS Sachsen

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.