ATRAKTIV

Aufbau Transformativer Kapazitäten zur Aktivierung regionaler Innovationssysteme

Aktuelles

ATRAKTIV-Projektteam stärkt Bindungen und erweitert Horizonte bei zweitem Verbundtreffen in Görlitz

Das ATRAKTIV-Projektteam traf sich vom 14.-15. November 2023 zu seinem zweiten physischen Verbundtreffen an der Hochschule Zittau-Görlitz. Über zwei Tage hinweg wurden intensive Diskussionen über den aktuellen Stand des Projekts, erste empirische Erkenntnisse sowie die Planung für das kommende Jahr geführt.

Ein Highlight des Treffens war der Besuch des Projektteams bei der "Rabryka", einem inspirierenden sozio-kulturellen Zentrum in Görlitz. Die "Rabryka" diente als gelungenes Beispiel für transformative Initiativen in der Forschungsregion Oberlausitz. Der Austausch mit Julia Schlüter als Geschäftsführerin der Rabryka und Pia Hanfeld, Doktorantin am Center for Advanced Systems Understanding (CASUS) und Initiatorin von "Jugend hackt" vor Ort ermöglichten einen tieferen Einblick in erfolgreiche lokale Ansätze zur Förderung von Innovation und nachhaltiger Entwicklung.

Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war die Vorbereitung auf die bevorstehende Konferenz "Geographies of Innovation", die im Januar 2024 in Manchester stattfinden wird. Das ATRAKTIV-Team wird dort aktuelle Theoriediskussionen präsentieren, die sich mit den Themen nachhaltiger Entwicklung in agglomerationsfernen Räumen in Deutschland befassen, wobei der Fokus auf transformativem Innovationsgeschehen liegt.

Das Projektteam von ATRAKTIV freut sich darauf, die gewonnenen Erkenntnisse und die Dynamik aus diesem Treffen in die weitere Arbeit einzubringen. Die Fortschritte des Projekts und die spannenden Entwicklungen werden weiterhin auf unserer Website und in zukünftigen Veröffentlichungen geteilt.


Projektbeschreibung

Problemstellung

Die Originalität der Forschungsidee im Projekt liegt in der Konzeption eines erweiterten Bezugsrahmens zur Erfassung und Bewertung regionaler Innovationssysteme. Dazu führt das Vorhaben das Konzept der transformativen Innovationssysteme ein, mit dem neue Anforderungen an die Innovationspolitik einhergehen, die im Zuge des Projekts herausgearbeitet werden sollen. Transformativ sind Innovationssysteme aus unserer Sicht dann, wenn Neuerungen die hervorgebracht werden, einen Beitrag zu einer fundamentalen gesellschaftlichen Veränderung in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung leisten können. Hier stützen wir uns insbesondere auf die in der Transitionsforschung entwickelten Modelle zu "transformativen sozialen Innovationen" bzw. allgemein "transformativen Innovationen" sowie dem Konzept der "transformativen Kapazitäten".

Ziele

Das Projekt hat drei Hauptziele. Erstens, möchte sich das Projekt vom tradierten Verständnis von Strukturschwäche und (ökonomischer) Innovationsfähigkeit lösen und einen neuen, breiteren Bezugsrahmen schaffen, der sich auf den missionsorientierten Verständnis der Innovationssysteme orientiert. Zweitens, möchte es anhand von und in Zusammenarbeit mit vier als "strukturschwach"  gekennzeichneten Regionen empirisch prüfen, welche Innovationsmuster und -dynamiken  entsprechend des entwickelten Rahmens in diesen Regionen vorhanden und wie sie zu bewerten/zu messen sind. Drittens, möchte es darauf aufbauend konkrete Governanceansätze, Methoden und Instrumente entwickeln, die Regionen dabei unterstützen, ihre Transformativen Kapazitäten zu erhöhen und regionale nachhaltigkeitsorientierte Innovationssysteme zu aktivieren und zu stärken.

Forschungsfragen

Welche Merkmale unterscheiden transformative von nicht-transformativen Innovationssystemen und wie lässt sich die gesellschaftliche Innovationsfähigkeit zur Gestaltung des transformativen Wandels bestimmen? Wie unterscheiden sich die Merkmale solcher Systeme in "strukturschwachen" Regionen? Welche räumlichen und zeitlichen Innovationsmuster und -dynamiken von transformativen Innovationssystemen lassen sich identifizieren und welche Rolle spielen endogene und kontextuelle Faktoren in den ausgewählten Regionen?

Methodik

Einführung und Entwicklung des Konzepts des transformativen regionalen Innovationssystems. Integration von Ansätzen aus vier Bereichen: Transformationsforschung, Innovationsgeographie, Soziologie und Forschung zu alternativen Engagement- und Unternehmensstrukturen. Anwendung und Test des integrativen Ansatzes auf vier periphere Regionen in Deutschland mit Methoden der Transformationsforschung.

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. wird gemeinsam durch Bund und Länder gefördert.

FS Sachsen

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.