Nationale Forschungsdateninfrastruktur: IÖR an zwei weiteren Konsortien beteiligt

Bund und Länder fördern in einer zweiten Runde weitere Konsortien zum Aufbau der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Das IÖR ist Partner in den Konsortien NFDI4Earth und BERD@NFDI.

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) hat Anfang Juli die Förderung von zehn weiteren Konsortien zum Aufbau der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) beschlossen. Die NFDI soll Datenbestände aus Wissenschaft und Forschung systematisch erschließen, nachhaltig sichern und zugänglich machen sowie national und international vernetzen. Der mehrstufige wissenschaftsgeleitete Auswahlprozess der zweiten Förderrunde führte zur Bewilligung von zehn aus 17 Anträgen. In zwei der nun geförderten Konsortien bringt sich das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) mit seiner Expertise im Bereich der Nutzbarmachung und Visualisierung von Geodaten zur Siedlungs- und Freiraumentwicklung ein:

NFDI4Earth – NFDI Konsortium Erdsystemforschung

NFDI4Earth adressiert die digitalen Bedürfnisse der Forschenden in den Erdsystemwissenschaften. Eine Vielzahl von Sensor- und Simulationsdaten in sehr hoher räumlicher, zeitlicher und thematischer Auflösung führt zu rasant steigenden Datenmengen. Die Beschreibung und Bewertung von Erdsystemprozessen, ihren Abhängigkeiten und Veränderungen erfordert daher dringend ein effizientes Forschungsdatenmanagement sowie leistungsfähigere Kollaborationsumgebungen für die gemeinsame, disziplinübergreifende Datenanalyse. Das Konsortium bringt die führenden nationalen Einrichtungen der Erdsystemwissenschaften zusammen. Die Koordination übernimmt die Technische Universität Dresden.
Im Rahmen der NFDI4Earth entwickelt das IÖR gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen „World Settlement Footprint“. Dieser „Fußabdruck“ wird retrospektiv aufzeigen, wie sich Siedlungsflächen weltweit entwickeln. Die Informationen werden sowohl als Forschungsdatensatz zum Download als auch als Geodienst zur Einbindung in eigene Arbeitsumgebungen zur Verfügung stehen. In die Anwendung fließen hochauflösende Flächennutzungskarten aus dem IÖR-Monitor als Referenz ein, jährliche Neuberechnungen sorgen für ein hochaktuelles Angebot.
Zur Internetseite von NFDI4Earth

BERD@NFDI – NFDI für Wirtschaftsdaten und Verwandtes

Dieses Konsortium wird eine nationale cloudbasierte Plattform für die Anwendung von künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen und komplexer Analyse-Verfahren im Bereich der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften aufbauen und entwickeln. Es soll ein System aus Diensten und Ressourcen entstehen, über das Daten und Algorithmen gesammelt, verfügbar gemacht, zusammengeführt, analysiert und geteilt werden können. Die Universität Mannheim koordiniert das Konsortium. Das IÖR wird in diesem Konsortium seine raumwissenschaftlichen Forschungsdaten aus dem IÖR-Monitor einbringen und mit Daten der Wirtschaftswissenschaften verknüpfen.
Zur Internetseite von BERD@NFDI

Das IÖR ist nun an vier der derzeit 19 geförderten NFDI-Konsortien beteiligt und erweitert damit gezielt seine Kompetenzen und Dienste im Bereich der Spatial Data Science. Seit 2020 arbeitet das IÖR bereits mit in den KonsortSWD, das Konsortium für die Sozial-, Bildungs-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften, sowie im NFDI4BioDiversity – Biodiversität, Ökologie und Umweltdaten.

Hintergrund Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)
Die NFDI soll die heute oft dezentral, projektförmig und temporär gelagerten Datenbestände von Wissenschaft und Forschung für das deutsche Wissenschaftssystem systematisch erschließen. Sie wird von Nutzer*innen von Forschungsdaten und von Infrastruktureinrichtungen ausgestaltet, die dazu in und zwischen Konsortien zusammenarbeiten. Die NFDI soll Standards im Datenmanagement setzen und als digitaler, regional verteilter und vernetzter Wissensspeicher Forschungsdaten nachhaltig sichern und nutzbar machen. Die Mittel für Aufbau und Förderung der NFDI stellen Bund und Länder anteilig bereit. Pro Konsortium sind jährliche Fördersummen zwischen zwei und fünf Millionen Euro vorgesehen. Insgesamt sind drei Bewilligungsrunden geplant.
Weitere Informationen zur NFDI

Wissenschaftlicher Kontakt
Prof. Dr. Marc Wolfram, E-Mail: M.Wolframioer@ioer.de
Dr.-Ing. Gotthard Meinel, E-Mail: G.Meinelioer@ioer.de

 

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. wird gemeinsam durch Bund und Länder gefördert.

FS Sachsen

Das Institut wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.