Förderung nachhaltiger Städte und der Vision der „15-Minuten-Stadt“
Die Studie verbindet die urbane Landwirtschaft zudem mit neuen städtebaulichen Konzepten wie der „15-Minuten-Stadt“, in welcher Bewohnerinnen und Bewohner wichtige Dienstleistungen, darunter frische Lebensmittel, innerhalb kurzer Geh- oder Fahrradwege erreichen können.
„Durch die Integration der Landwirtschaft in die Stadtplanung könnten Städte den lokalen Zugang zu Lebensmitteln verbessern, den Transport von Lebensmitteln reduzieren, das Engagement der Gemeinschaft stärken und eine gesündere Ernährung fördern“, erklärt Mitautor Diego Rybski vom IÖR. „Mit durchdachter Planung und politischer Unterstützung könnten Dächer, Grünflächen und ungenutzte städtische Flächen zu wichtigen Bestandteilen der zukünftigen Lebensmittelinfrastruktur Europas werden.“
Durch die Kombination von hochauflösenden Landnutzungsdaten, Gebäudeflächen, Bevölkerungsdaten und Klimaklassifizierungen liefert die Studie eine der bislang umfassendsten Bewertungen des Potenzials urbaner Landwirtschaft in ganz Europa. Ihre Ergebnisse bieten wertvolle Erkenntnisse für die Stadtplanung, politische Entscheidungsträger sowie für Verfechter der Nachhaltigkeit, die die Nahrungsmittelproduktion in das Stadtbild integrieren möchten. „Da Städte zunehmendem Druck durch den Klimawandel, Versorgungsengpässe bei Lebensmitteln und Bevölkerungswachstum ausgesetzt sind“, so Prajal Pradhan, „kann die urbane Landwirtschaft eine bedeutende Rolle beim Aufbau resilienterer und nachhaltigerer urbaner Ernährungssysteme spielen.“
Originalpublikation
Svintsov, S.; Pradhan, P.; Smith, T.; Rybski, D. (2026): Integrating agriculture into European urban landscapes matters: A systematic assessment. In: Sustainable Cities and Society, 107422.
Wissenschaftlicher Kontakt am IÖR
Stepan Svintsov, E-Mail: s.svintsovioer@ioer.de
Dr. Diego Rybski, E-Mail: d.rybskiioer@ioer.de