Ernährung der Zukunft – TransFOODmation begleitet Prozesse rund um Welternährungsgipel 2021

Wie lässt sich die Ernährung der Weltbevölkerung künftig sicher, gerecht und nachhaltig gestalten? Dieser Frage wird sich ein Welternährungsgipfel (Food Systems Summit) widmen, den der UN-Generalsekretär für 2021 angekündigt hat. Das IÖR begleitet den Weg zum Gipfeltreffen wissenschaftlich. Ziel ist es, aus den Perspektiven verschiedener Akteursgruppen und aus den Verhandlungsprozessen mögliche Pfade und Dynamiken des Wandels abzuleiten.

Um in der Zukunft sicherzustellen, dass alle Menschen Zugang zu gesunden, preiswerten und umweltschonend produzierten Lebensmitteln haben und um die Produktion und Verteilung von Nahrungsmitteln gegen Krisen wie etwa Pandemien abzusichern, müssen sich die Ernährungssysteme der Welt grundlegend wandeln. Doch in welcher Richtung wird sich diese tiefgreifende Transformation vollziehen? Denkbar sind verschiedene Pfade und Dynamiken des Wandels. Der Food Systems Summit, ein internationales Gipfeltreffen, wird sich mit grundlegenden Fragen rund um das Thema Ernährung ebenso beschäftigen wie mit den Beiträgen, die die Entwicklung der Ernährungssysteme zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen leisten können.

Der Weg zum Gipfeltreffen ist geprägt von einem weltweiten Austausch und Verhandlungen verschiedener Akteursgruppen bei einer Vielzahl von Dialogveranstaltungen. Sie finden sowohl auf lokaler als auch auf nationaler und internationaler Ebene statt. Einem dieser Stränge widmet sich das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in seiner Forschung. Im Projekt TransFOODmation (Prospects for Future Food: A Paradigm Shift towards Sustainable, Resilient and Fair Food Systems) führt das IÖR eine Einzelfallstudie durch. In den Blick nimmt es dabei den multilateralen Entscheidungsprozess der Welternährungsorganisation (FAO) und des Ausschusses für Welternährungssicherheit (CFS). Die Forschenden des IÖR untersuchen, welche Vorstellungen von zukünftigen Ernährungssystemen die verschiedenen Akteur*innen vertreten und diskutieren. Dabei nehmen sie Erzählmuster, sogenannte konzeptionelle Narrative in den Blick, die diesen Vorstellungen zugrunde liegen. Sie prüfen, welche Zielkonflikte sich ergeben, wenn man verschiedene konzeptuelle Narrative gegenüberstellt, welche politischen, sozial-ökonomischen und ökologischen Implikationen und welche Konsequenzen für mögliche Machtunterschiede im Aushandlungsprozess sich daraus ergeben.

"Unser Ziel ist es, auf Basis unserer Untersuchungen, nicht nur die vielschichtigen Aushandlungsprozesse zur Entwicklung künftiger Ernährungssysteme zu beleuchten. Wir möchten daraus zudem mögliche Pfade dieser Entwicklung ableiten und auch Aussagen zu unterschiedlichen Dynamiken dieser Transformationsprozesse treffen", so Projektleiter Dr. Markus Egermann.

Das neue Wissen wollen die Forschenden unterschiedlichen Schlüsselakteur*innen – nationalen und lokalen Regierungen ebenso wie Personen aus der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft – zur Verfügung stellen. „Wir hoffen, dass wir auf diese Weise vermitteln können, an welchen Stellen es lohnt anzusetzen, um die Ernährung der Zukunft möglichst nachhaltig zu entwickeln und um diese Transformationsprozesse nicht nur anzustoßen, sondern auch zu beschleunigen“, so Markus Egermann.

Die Forschungsarbeiten im Projekt TransFOODmation (Prospects for Future Food: A Paradigm Shift towards Sustainable, Resilient and Fair Food Systems) werden co-finanziert durch die Ständige Vertretung der Schweiz bei den Organisationen der Vereinten Nationen in Rom. Die Schweiz kooperiert seit vielen Jahren mit der Welternährungsorganisation (FAO), dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) und dem Welternährungsprogramm (WFP).

Kontakt im IÖR

Dr. Markus Egermann

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. wird gemeinsam durch Bund und Länder gefördert.

FS Sachsen

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