Ziel des Projektes DANUBElifeline (Schutz wandernder Fischarten und ihrer Lebensräume im Donaueinzugsgebiet und darüber hinaus) ist es, die Fließgewässer im gesamten Donauraum wieder besser miteinander zu vernetzen und so bessere Lebensbedingungen für wandernde Fischarten wie Stör, Barbe oder Donau-Lachs zu erreichen. In den vergangenen 50 Jahren sind die Bestände dieser Fischarten im Donaubecken um rund 80 Prozent zurückgegangen. Das liegt unter anderem daran, dass Staudämme und zerstörte Lebensräume verhindern, dass die Fische ihre Laichgründe erreichen – mit gravierenden Folgen für Ökosysteme und die biologische Vielfalt.
Das EU-Projekt DANUBElifelines zielt darauf ab, diese Entwicklung zu stoppen und die Erholung der Fischbestände sowie ihrer Lebensräume im gesamten Donaubecken zu fördern. Dafür setzt das Projekt auf aktuellste wissenschaftliche Erkenntnisse und die Erprobung praktischer Maßnahmen. Zentrale Projekt-Bausteine sind außerdem die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren und nationalen Interessengruppen, die Durchführung von Schulungs- und Kommunikationsmaßnahmen sowie die Entwicklung eines Aktionsplans und einer Roadmap, die die Übertragbarkeit auch auf andere Flussgebiete sicherstellen sollen.
In acht Erprobungsgebieten ist geplant, in enger Zusammenarbeit mit Interessengruppen und Behörden vor Ort die Umsetzung naturbasierter Lösungen zu untersuchen. Dazu gehören die Beseitigung veralteter Flussbarrieren, die Renaturierung von Flussufern, die Wiedervernässung von Feuchtgebieten und die Wiederanbindung von Nebenflüssen.
Vergleichende Analyse von Planungs- und rechtlichen Grundlagen
Dem Gedanken folgend, dass Flüsse und wandernde Fische nicht an Grenzen halt machen, möchte das Projekt aufzeigen, wie durch transnationale und sektorübergreifende Zusammenarbeit ein echter ökologischer Wandel im gesamten Donaugebiet erreicht werden kann. Gemeinsamkeiten und Unterschiede beim transnationalen Schutz der Flusslandschaft im Donau-Becken spielen auch bei den Arbeiten des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) im Projekt eine Rolle. Gemeinsam mit der Hochschule Geisenheim University (HGU) analysiert das IÖR die Planungs- und Rechtsinstrumente der zehn Anrainerstaaten.
Dabei vergleichen die Forschenden zum Beispiel, wie die Länder EU-Richtlinien wie die Wasserrahmenrichtlinie, die Habitat- und Vogelschutzrichtlinie bisher umgesetzt haben. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den nationalen Regelungen zu identifizieren. Außerdem wollen sie aufzeigen, wo eine Harmonisierung unterschiedlicher Regelungen angebracht und möglich wäre. Die Analysen schaffen wichtige Grundlagen, damit ein besserer Schutz von Ökosystemen und Biodiversität im Donau-Becken auch über Ländergrenzen hinweg gelingen kann.
Hintergrund
Das Projekt DANUBElifelines (Safeguarding Migratory Fish and their Habitats in the Danube River Basin and beyond) wird im Rahmen von Horizon Europe durch die Europäische Union gefördert (Förderkennzeichen: 101213836). Das Projekt ist Teil der EU-Mission „Restore our ocean and waters“ (Wiederherstellung unserer Ozeane und Gewässer). In dem Projekt arbeiten, koordiniert durch die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), mehr als 20 Partner aus elf Staaten zusammen. Es verbindet Forschung, Praxis und Politik, um die Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Lebensräumen für wandernde Fischarten langfristig zu sichern.
Weitere Informationen
Projektseite auf ioer.de
Weitere Informationen auf der englischsprachigen Projekt-Website
Wissenschaftlicher Kontakt im IÖR
Prof. Dr. Juliane Albrecht, E-Mail: j.albrechtioer@ioer.de
Marius Werner, E-Mail: m.wernerioer@ioer.de