IÖR in der Leibniz-Gemeinschaft

Das IÖR engagiert sich in vielfältiger Weise in der Leibniz-Gemeinschaft.

Es unterstützt damit deren übergeordnete wissenschaftliche und wissenschaftspolitische Zielsetzungen und verfolgt zugleich eigene strategische Ziele entsprechend seiner Satzung und seines Leitbildes. Aufgrund seiner interdisziplinären Konstitution ist das Institut sowohl Mitglied der Sektion B (Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften), als auch assoziiertes Mitglied der Sektion E (Umweltwissenschaften).

Steuerungsgruppe Nachhaltigkeit

Die vom Präsidium der Leibniz Gemeinschaft im Juni 2022 eingesetzte Gruppe unter Leitung von Dr. Bettina Böhm (Generalsekretärin), Prof. Barbara Sturm (Vizepräsidentin) und Prof. Stephan Juncker (Vizepräsident) hat zum Ziel die konzeptionellen und operativen Grundlagen für ein umfassendes Aufgreifen des Nachhaltigkeitsparadigmas in den Leibniz Einrichtungen weiterzuentwickeln und Impulse für die Umsetzung zu geben. Dies betrifft sowohl Forschungsprogrammatik und Transfer als auch Organisation und Betrieb.

Kontakt: Prof. Dr. Marc Wolfram (Mitglied)

Leibniz-Forschungsnetzwerke (LFN)

Leibniz-Forschungsnetzwerke widmen sich einem besonderen Schwerpunktthema und werden auf Vorschlag aus der Gemeinschaft vom Leibniz-Präsidium eingerichtet. Ziel ist es, die fachlichen und methodisch-technischen Kompetenzen der beteiligten Leibniz-Institute zu bündeln, auszutauschen, weiterzuentwickeln und nach außen hin sichtbar zu machen. Das IÖR gestaltet insbesondere die folgenden LFN federführend mit:

LFN Räumliches Wissen für Gesellschaft und Umwelt (Leibniz R): Das vom IÖR mitinitiierte und älteste Forschungsnetzwerk der Leibniz-Gemeinschaft analysiert soziale, ökologische und ökonomische Prozesse und deren Wechselwirkungen in ihren räumlichen Zusammenhängen. Das Netzwerk bündelt die raumwissenschaftliche Expertise der Leibniz-Gemeinschaft. Es veranstaltet u.a. in zweijährlichem Rhythmus das Raumwissenschaftliche Kolloquium an der Schnittstelle von Wissenschaft, Praxis, Politik und Zivilgesellschaft, und gibt die Zeitschrift "Raumforschung und Raumordnung" heraus.

Kontakt: Prof. Dr. Marc Wolfram (Sprecher)

Raumforschung und Raumordnung: Die interdisziplinär ausgerichtete Zeitschrift behandelt und diskutiert Fragen der Raumentwicklung und räumlichen Planung. Im Fokus stehen Themen wie Stadt- und Raumplanung, demographischer und stadträumlicher Wandel, Landschaftsentwicklung, Umweltplanung, Nachhaltige Entwicklung, Anpassung an den Klimawandel, Mobilität, ökonomische Geographie, Regional Governance und Planungstheorien.

Kontakt: Dr. Mathias Jehling (Mitherausgeber)

LFN Integrierte Erdsystemforschung: Das vom IÖR koordinierte Forschungsnetzwerk forciert (i) eine ganzheitliche Betrachtungen der Wirkungszusammenhänge zwischen dem Erdsystem und der Gesellschaft über räumliche und zeitliche Skalen hinweg, (ii) die Ableitung von Referenzen für Entscheidungen und Handlungen sowie von Ansätzen für internationale Abkommen und Sachstandsberichte sowie (iii) die Identifizierung von Kapazitäten und Hebeln für globale Nachhaltigkeitstransformationen.

Kontakt: Prof. Dr. Jochen Schanze (Sprecher)

LFN Wissen für nachhaltige Entwicklung: Das vom IÖR mitgegründete Netzwerk unterstützt theoretische und methodische Weiterentwicklungen in den Nachhaltigkeitswissenschaften und bündelt entsprechende inter- und transdisziplinäre Kompetenzen. Durch gemeinsame Forschung, eine Reihe von Veranstaltungsformaten sowie Transferaktivitäten engagiert es sich für die Wirksamkeit und Sichtbarkeit der Forschung für nachhaltige Entwicklung.

Kontakt: Prof. Dr. Marc Wolfram (Ko-Sprecher)

LFN Environmental Crisis – Crisis Environments (CrisEN): Ziel des Forschungsnetzwerks ist es Umweltkrisen und deren soziale, politische, ökonomische, rechtliche und kulturelle Kontext in einer globalen Perspektive zu untersuchen. Dabei wird Wissen generiert, welches hilft, die Mechanismen von Krisen in ihrer Komplexität sowie die Interdependenzen zwischen den unterschiedlichen Krisenphänomenen besser zu verstehen. Auf den Erkenntnissen aufbauend werden Optionen für die gesellschaftliche Bearbeitung von Krisen erarbeitet.

Kontakt: Prof. Dr. Jochen Schanze (Mitglied der Lenkungsgruppe)

LFN Biodiversität: Das Forschungsnetzwerk bündelt die Kompetenzen verschiedener Leibniz-Einrichtungen aus den Umwelt-, Lebens-, Raum-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Die Wissenschaftler*innen betreiben interdisziplinäre Forschung, um die biologische Vielfalt des Lebens zu erkunden und gesellschaftlich relevante Lösungen für den Schutz der Biodiversität und deren nachhaltige Nutzung zu finden. Gemeinsam mit externen Partnern bearbeiten die Mitglieder des Netzwerks Fragestellungen von besonderer gesellschaftlicher Relevanz auf nationaler und internationaler Ebene. Ein weiterer Schwerpunkt des LFN ist der Informationstransfer für Politik und Gesellschaft mit dem Bestreben, das Bewusstsein für den fortschreitenden Biodiversitätsverlust zu schärfen und die allgemeine Wertschätzung der biologischen Vielfalt in der Gesellschaft zu unterstützen.

Kontakt: Prof. Dr. Wolfgang Wende (Mitglied der Lenkungsgruppe)

Leibniz-Forschungsverbünde (LFV)

Leibniz-Forschungsverbünde verfolgen das Ziel, komplementäre Kompetenzen der Institute zu bündeln und so besonders erfolgreichen Forschungsvorhaben mit hoher Strahlkraft den Weg zu bereiten. Sie sind zentrale Ansprechpartner für Politik und Wirtschaft, Förderer, Medien sowie für die Zivilgesellschaft. Leibniz-Forschungsverbünde sind offen für die Zusammenarbeit mit Universitäten, anderen außeruniversitären Forschungs- und Infrastruktureinrichtungen sowie internationalen Forschungsgruppen und Partnern aus der Wirtschaft. Das IÖR bringt seine interdisziplinäre raum- und umweltwissenschaftliche Kompetenz in folgendem LFV mit ein:

LFV INFECTIONS in an Urbanizing World - Humans, Animals, Environments: Ziel des Forschungsverbunds ist es, Strategien für Frühwarnsysteme und Risikoabschätzungen zu entwickeln, die die schnelle Ausbreitung von Krankheitserregern verhindern und somit das Management von Infektionsausbrüchen unter dem Gesichtspunkt von One Health für Mensch und Tier verbessern können. Das IÖR befasst sich insbesondere mit Risiken durch die räumliche Ausbreitung von antibiotikaresistenten Keimen sowie deren Reduzierung durch lokale und regionale Governance.

Kontakt: Prof. Dr. Jochen Schanze

Leibniz-Wettbewerb

Im Rahmen des Wettbewerbsverfahrens der Leibniz-Gemeinschaft bemüht sich das Institut regelmäßig um die Förderung strategischer Vorhaben und herausragender Forscher*innen. Aktuell werden in diesem Rahmen die folgenden Projekte realisiert:

Leibniz-Junior Research Group:
Urbane Mensch-Natur Resonanz für eine Nachhaltigkeitstransformation (URBNANCE)


Leibniz-Transfer:
Transfer of Urban Sustainability Transition Knowledge: Towards Climate-Neutral Cities 2030 – The City of Görlitz as a Pilot  (TRUST)

Im Projekt TRUST beschreitet das IÖR neue Wege im Bereich des Wissenstransfers. Mit dem Ziel die Stadt Görlitz bis 2030+ klimaneutral zu gestalten, werden Zukunftsbilder, Transformationspfade und Experimente im Rahmen eines transdisziplinären und transformativen Forschungsansatzes (Transition Governance) co-produziert. Dabei wird auf aktuellen Erkenntnissen aus der Nachhaltigkeits-, Transformations- und Stadtforschung aufgebaut. Das Görlitzer Pilotprojekt stellt dabei einen Referenzfall für andere deutsche und europäische kleine und mittelgroße Städte in peripheren Regionen dar.

Leibniz-Kooperative Exzellenz:
Landscape Criticality in the Anthropocene – Biodiversity, Renewables and Settlements (CriticaL)

Im Projekt soll vor allem die Durchlässigkeit von Bebauung für Wildtiere untersucht werden. Dabei steht die im Rahmen der Energiewende wichtige flächenhafte Bebauung mit Windkraft- und Solaranlagen im Zentrum der Betrachtung. Daten zum Bewegungsverhalten von Wildtieren sollen mit den Standorten von Energieanlagen verknüpft werden und damit sowohl Undurchlässigkeit identifiziert als auch Ideen zur Steigerung der Durchlässigkeit entwickelt werden. Das Projekt will in einer Zusammenarbeit von Raumplanung, Physik und Ökologie dazu beitragen, Landnutzungskonzepte zu entwickeln, in denen der Schutz der Biodiversität und des Klimas gewährleistet werden können.

Arbeitskreise

Mitarbeiter*innen des IÖR beteiligen sich an einer Vielzahl von Leibniz Arbeitskreisen (AK) zur laufenden Vernetzung und zum Austausch auf allen Ebenen:

AK Bibliotheken und Informationseinrichtungen - Kontakt: Evi Rockstroh
AK Chancengleichheit und Diversität - Kontakt: Ulrike Schinke und Dr. Neelakshi Joshi
AK Citizen Science - Kontakt: Dr. Anna-Maria Schielicke
AK Europa - Kontakt: Jörn Weinhold
AK Finanzen - Kontakt: Heike Bernhardt
AK Forschungsdaten - Kontakt: Dr. Stefano Della Chiesa
AK Internationales - Kontakt: Jörn Weinhold
AK IT - Kontakt: Carsten Hantzsch
AK Nachhaltigkeitsmanagement – Kontakt: Lena Rautenberg
AK Open Access - Kontakt: Evi Rockstroh
AK Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Kontakt: Heike Hensel
AK Recht und Personal - Kontakt: Heike Bernhardt
AK Wissenstransfer - Kontakt: Dr. Anna-Maria Schielicke

Die Leibniz-Gemeinschaft (Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V.) verbindet 97 eigenständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften.

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. wird gemeinsam durch Bund und Länder gefördert.

FS Sachsen

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.