IÖR-Texte

Nr. 133

Zukünftige Wohnungsnachfrage und Neubaubedarf in Ost- und Westdeutschland

Irene Iwanow, Mathias Metzmacher, Ralf Schmidt, Matthias Waltersbacher

Aussagen zur künftigen Lage am Wohnungsmarkt einschließlich des erforderlichen Neubaubedarfs sind sowohl für wohnungspolitische Entscheidungsträger auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene als auch für die wohnungs- und Bauwirtschaft wichtige Informationsgrundlagen. Regionalisierte Daten stehen hier kaum zur Verfügung, auch weil ihrer Erarbeitung inhaltlich-statistische und methodische Restriktionen entgegenstehen. So haben sich nach bisherigen Erfahrungen Prognosen für Ostdeutschland schnell als überholt erwiesen. In Westdeutschland sind vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und veränderter Nachfragepräferenzen Effekte auf die zukünftig zu erwartende Neubautätigkeit abzusehen.

Angesichts der ganz unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen und der immer noch erheblichen Divergenzen in der Wohnungsmarktentwicklung zwischen West- und Ostdeutschland empfiehlt sich für beide Gebietsteile eine methodisch unterschiedliche Vorgehensweise.

Nunmehr liegen die Ergebnisse einer neu erarbeiteten Prognose vor. Aufbauend auf den Erfahrungen der Wohnungsprognose 2010 der damaligen Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung (BfLR) wurde vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) die Wohnungsprognose 2015 erstellt. Hierzu wurden neue Schätzungen zur regionalisierten Wohnungsnachfrage für Ostdeutschland vom Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. Dresden (IÖR) im Rahmen einer Forschungskooperation mit dem BBR erarbeitet. Trotz methodischer Unterschiede in der Berechnung der Nachfrageparameter können durch die einheitliche Modellstruktur der Prognose gemeinsame Ergebnisse zum zukünftigen Neubaubedarf für Ost- und Westdeutschland vorgelegt werden.

Erste Ergebnisse zur Nachfrageentwicklung im Wohnungsneubau in Ost- und Westdeutschland bis 2015 wurden in einer Pressekonferenz des Bundesministers für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen am 17. Januar 2001 in Berlin vorgestellt.

Die dort vorgestellten und in diesem IÖR-Text dokumentierten Ergebnisse geben einen Gesamtüberblick über die Entwicklungen ausgewählter Nachfragedeterminanten für Ostdeutschland, Westdeutschland und die Bundesrepublik Deutschland insgesamt. Darüber hinaus werden ausgewählte regionalisierte Ergebnisse auf der Ebene von Raumordnungsregionen präsentiert. Eine ausführliche Erläuterung der Ergebnisse und Methoden einschließlich einer umfangreichen tabellarischen Darstellung der regionalen Wohnungsprognose 2015 wurde in der Reihe Berichte des BBR im 1. Halbjahr 2001 veröffentlicht. Im IÖR fand am 22./23. Februar 2001 eine gemeinsame Tagung der beiden Forschungseinrichtungen zum Thema "Regionale Wohnungsprognose 2015" statt.

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. wird gemeinsam durch Bund und Länder gefördert.

FS Sachsen

Das Institut wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.