DNCi2023: Schutz der biologischen Vielfalt | Was kann Sachsen tun?

Wie können Akteurinnen und Akteure in Sachsen zur Erfüllung globaler Biodiversitätsziele beitragen? Diese Frage stand am 23. Juni im Mittelpunkt der Interim Dresden Nexus Conference (DNCi2023), einem regionalen Workshop-Format mit Bezug zur internationalen Dresden Nexus Conference (DNC). Rund 50 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis waren der Einladung der Universität der Vereinten Nationen (UNU-FLORES), des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) sowie der Technischen Universität Dresden (TUD) gefolgt und diskutierten regionale Lösungsansätze für die Biodiversitätskrise.


Das Artensterben und die Zerstörung von Lebensräumen aufzuhalten, ist eine drängende politische und gesellschaftliche Aufgabe. Auf dem Weltbiodiversitätsgipfel in Montreal (CBD-COP 15) hatten im Dezember 2022 fast 200 Teilnehmerstaaten eine globale Vereinbarung für den Schutz und die Entwicklung der Natur beschlossen, das Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework. Es enthält unter anderem die Forderungen, bis 2030 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresfläche unter Schutz zu stellen und ebenso 30 Prozent geschädigter Ökosysteme durch Renaturierung wiederherzustellen. Doch wie können Akteurinnen und Akteure auch in Sachsen dazu beitragen diese Forderungen der Kunming-Montreal-Verpflichtungen bestmöglich zu unterstützen? Dies war die zentrale Frage der DNCi2023, am 23. Juni im IÖR.

Unter der Überschrift "Realitäts-Check auf regionaler Ebene: Implikationen der CBD-COP 15 für Sachsen" diskutierten dazu rund fünfzig Experten*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Landwirtschaft, politischen Institutionen sowie der Zivilgesellschaft der regionalen Ebene. Ziel der Veranstaltung war es, Empfehlungen für einen regionalen Aktionsplan mit effektiven Umsetzungsmaßnahmen zu erarbeiten. Die DNCi2023 wurde in Kooperation mit dem Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL) durchgeführt. Am Abend waren die Teilnehmenden zum Empfang mit Sachsens Umweltminister, Wolfram Günther, im Deutschen Hygiene-Museum eingeladen.

Die Beteiligten diskutierten verschiedene Aspekte rund um Fragen von Schutz, Erhalt und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt. Dabei thematisierten sie unter anderem den Zeithorizont für die Umsetzung erster Maßnahmen und die Dringlichkeit, rasch ins Handeln zu kommen. Ebenso wurden Fragen nach der Art und Weise, wie der Anteil geschützter Flächen zügig und zielgerichtet erhöht werden könnte, diskutiert. Die Beteiligten waren sich einig, dass ein reines Zusammenzählen bestehender Schutzgebiete nicht ausreichend und beispielsweise die zusätzliche Etablierung eines rechtlich verbindlichen grünen Infrastrukturkonzeptes sinnvoll sei. Weitere Diskussionen drehten sich um die Reduktion von Pestiziden und die Voraussetzungen, die nötig sind, um einen regionalen Aktionsplan aufstellen und auch umsetzen zu können. Auch finanzielle Erfordernisse, die sich mit dem Ziel, die Natur besser zu schützen, stellen, waren Gegenstand intensiver Diskussionen. Wichtig sei darüber hinaus, sich auch künftig im Dialog und transdisziplinären Austausch zu Fragen des Biodiversitätsschutzes auszutauschen.

Die Ergebnisse der DNCi2023 werden nun zusammengefasst, schriftlich aufbereitet und in Kürze veröffentlicht.

Hintergrund
Die DNCi ist das regionale Format zur internationalen Dresden Nexus Conference (DNC). Die DNC nimmt regelmäßig den Ressourcen-Nexus, also das integrierte Management von Wasser, Boden, Abfall, Energie und weiteren Umweltressourcen in den Blick. Während sich die Konferenzreihe an ein globales Publikum aus Wissenschaft und Praxis richtet, adressiert das Workshop-Format der DNCi regionale Akteur*innen aus Wissenschaft, Politik und Praxis, um Innovationsprozesse in ausgewählten Handlungsfeldern zu beschleunigen. Beide Formate werden gemeinsam organisiert von Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), United Nations University Institute for Integrated Management of Material Fluxes and of Resources (UNU-FLORES) und Technischer Universität Dresden, Bereich Bau und Umwelt.

Wissenschaftlicher Kontakt im IÖR
Prof. Dr. Wolfgang Wende, E-Mail: W.Wendeioer@ioer.de

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. wird gemeinsam durch Bund und Länder gefördert.

FS Sachsen

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.